Ziele und Vorgehen
Ziel des Vorhabens ist es, elektromagnetisch erfasste, intrinsische Werkstoffmerkmale (Englisch: »Material Fingerprints«) als dauerhafte, prozesskettenübergreifend nutzbare Objekt-IDs zu validieren. Im Rahmen des Vorhabens »In-Trace« sollen die Objekt-IDs zunächst an einem industrienahen Labordemonstrator und anschließend in einer industriellen Pilotapplikation für den Use Case einer Kaltumformprozesskette des automobilen Karosseriebaus getestet werden. Ziel ist der Nachweis, dass auch unter produktionstypischen Störeinflüssen (wie Lift-off-Variation, Temperatur-Drift, Werkzeugverschleiß und plastische Bauteildeformation) eine nahezu 100-prozentige Erkennungsrate bei einer Messzeit von weniger als 0,5 Sekunden pro Bauteil erreicht wird.
Innovationen und Perspektiven
Es handelt sich um eine Lösung, die Markenschutz in einer skalierbaren, inline-fähigen und fälschungssicheren Traceability-Lösung bietet. Sie kann nicht kopiert oder nachträglich eingebracht werden, so dass auf extrinsische Kennzeichnungen wie Barcodes oder Labels verzichtet werden kann. Die Material-Fingerprints stammen aus dem randnahen Bereich des Bauteilinneren und können auch nach der Bearbeitung oder dem Verdecken der Oberfläche wiederholt erfasst werden, so dass das Bauteil selbst nach Umformung, Abschleifen oder Lackieren identifiziert werden kann.
Die Innovation ist in sehr vielen Branchen wie z. B. Guss, Schmieden oder additiver Fertigung einsetzbar und sowohl für Hersteller als auch Zulieferer interessant. Für die Verwertung ist eine Lizenzierung des Patentes oder eine Ausgründung geplant.
In-Trace ist ein Verbundvorhaben von Fraunhofer IZFP (Koordination), Fraunhofer ITWM und Fraunhofer IWU.
Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP