Fraunhofer ist Gründungmitglied der Nationalen Allianz für Wasserstoff-Sicherheit (NAWS)

Die NAWS – eine Nationale Allianz für Wasserstoff-Sicherheit

9. Dezember 2025

© NAWS
Das Logo der Nationalen Allianz für Wasserstoff-Sicherheit

Wasserstoff ist in der chemischen Industrie seit Jahrzehnten präsent, die Unternehmen im sicheren Umgang damit geübt und erfahren. Dennoch bleibt die Wasserstoff-Sicherheit ein wichtiges Thema, denn die Zahl der neuen Anwendungen wächst stetig – und mit ihr die Zahl der Unternehmen und Start-ups ohne Erfahrung im Umgang mit Wasserstoff.

In wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten gibt es ebenfalls neue Anwender, die noch nicht über professionelle Erfahrung verfügen. Nicht zuletzt sollen Endverbraucher – mit Unterstützung durch geeignete Technologien – Wasserstoff mit der gleichen Sicherheit handhaben, wie sie es bereits mit Ottokraftstoffen, Erdgas und elektrischer Energie tun.

Daher hat der deutsche Wasserstoffrat zuletzt in einer Stellungnahme notwendige Maßnahmen angesprochen, die die Sicherheit großskaliger Wasserstoffanwendungen gewährleisten und öffentliche Akzeptanz für den Ausbau der Wasserstofftechnologien fördern sollen.

Akzeptanz ist eine Facette der Sicherheitsbemühungen. Ein Blogbeitrag thematisiert zum Beispiel die gängige Assoziation von Wasserstoff mit Explosionen: Bereits einzelne spektakuläre Unfälle bleiben durch ihre mediale Präsenz und Verbreitung nachhaltig im Gedächtnis und können das Image einer ganzen Technologie beeinflussen.

Vor diesem Hintergrund haben sich mehrere deutsche Institutionen zur »Nationalen Allianz für Wasserstoff-Sicherheit« (NAWS) zusammengeschlossen, um unterschiedlichen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft Unterstützung bei Fragen der Wasserstoff-Sicherheit zu bieten. Die Allianz vertritt eine neutrale, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Position, die nicht an wirtschaftliche Interessen gebunden ist, und möchte in den Netzwerken der Partner die Wasserstoff-Sicherheit wirksam auf allen Ebenen voranbringen.

Der Markthochlauf der Wasserstofftechnologien verlangt die koordinierte Zusammenarbeit der Kompetenzträger

Die von den Mitgliedern der NAWS bereitgestellten Kompetenzen decken alle sicherheitsrelevanten physikalisch-chemischen Phänomene – von der Freisetzung über die Zündung bis zur Verbrennung/Explosion – sowie zum Materialverhalten ab.

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren Instituten für Chemische Technologie ICT, für Werkstoffmechanik IWM sowie für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP betreiben traditionellerweise anwendungsorientierte Forschung. Sie sind daher prädestiniert, die Industrie unmittelbar bei der Entwicklung von sicheren Wasserstofftechnologien zu unterstützen. Direkte Industrieunterstützung ist auch das Metier der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG-RCI): Sie schult beispielsweise zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und ist daher für die Entwicklung der Wasserstoff-Sicherheitskultur ein wichtiger Multiplikator dabei, Erkenntnisse zur Wasserstoff-Sicherheit an betriebliche Anwender weiterzugeben.

Das Forschungszentrum Jülich und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als Helmholtz-Zentren verfügen über langjährige Erfahrungen im Bereich der Wasserstoff-Sicherheitsforschung. Beide sind Gründungsmitglieder der International Association for Hydrogen Safety (HySafe) und forschen seit vielen Jahren in nationalen und internationalen Projekten zur Wasserstoff-Sicherheit.

Auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) verfügen über jahrzehntelange Erfahrung auf den unterschiedlichen Gebieten der Sicherheitstechnik entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Erstellung von Normen und Richtlinien sowie bei der Aufklärung von Unfallursachen und sind wichtige Ansprechpartner für Behörden.

Letzteres gilt ebenfalls für die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), die besondere Kompetenzen aus der Wasserstoff-Sicherheit für kerntechnische Anlagen mitbringt. Diese Expertise kommt besonders bei großskaligen Wasserstoffanwendungen zum Tragen, zum Beispiel bei der Umstellung des Erdgasnetzes auf Wasserstoff.

Auch Universitäten fällt eine Multiplikatorenrolle zu: Wissen über Wasserstoff-Sicherheit muss dort gelehrt werden. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet heute schon ein akademisches Programm zu Wasserstofftechnologien an und vertritt die Universitäten in der Allianz.

Die Mitglieder der NAWS bieten bei Fragen zur Wasserstoff-Sicherheit eine auf die Bedürfnisse der Interessengruppen zugeschnittene Unterstützung. Diese Gruppen reichen von Politik und Verwaltung über Industrie und Handwerk bis zu den Betreibern von Wasserstoffanlagen, von der Forschung und Entwicklung über die Regelsetzung und Normierung bis hin zu technischen Expertenorganisationen. Feuerwehren und Rettungsdienste, die sich auf den Einsatz bei Wasserstoffunfällen vorbereiten müssen, gehören ebenso dazu wie die allgemeine Öffentlichkeit und Medien, die über Themen der Wasserstoff-Sicherheit sachlich und offen informiert werden müssen.

Zur Website der NAWS: https://allianz-wasserstoffsicherheit.de