Geschäftsfeld Neue ZfP-Applikationen
Neue Materialien, Nahrungs- und Verpackungsindustrie, Prozesse

ZfP-Anbieter müssen ihre Aktivitäten zukünftig verstärkt auf kundenspezifische Lösungen ausrichten. Ziel des Geschäftsfelds »Zukunftsmärkte« ist es, aktuelle Nischenmärkte, die ein hohes Wachstumspotenzial aufweisen, zu identifizieren und zu entwickeln, um neue Geschäftsfelder für das Fraunhofer IZFP sicherzustellen. Das Geschäftsfeld »Zukunftsmärkte« soll auch auf den Märkten präsent zu sein, die erst mittel- oder langfristig eine verstärkte Nachfrage nach bestimmten Produkten oder Dienstleistungen der ZfP erwarten lassen.

Hierzu zählt der Bereich »Neue Werkstoffe und Fertigungsverfahren«. Im Geschäftsfeld werden Verfahren zur Qualitätsprüfung von innovativen metallischen Werkstoffen (höchstfeste Stähle, Aluminium, Magnesium), faserverstärkten Kunststoffen, modernen Elastomeren, Funktionskunststoffen, Ingenieurkeramiken, Holz- und Holzwerkstoffen sowie Lebensmitteln angeboten.

Neben der klassischen ZfP kommen auch neuartige Prüftechniken, wie Kernspinresonanz in Aufsatztechnik, Mikrowellentechnik oder Ultraschall-Kraftmikroskopie zum Einsatz. Besonderes Augenmerk gilt den Verfahren, die dabei eine fertigungsintegrierte bzw. -begleitende Prüfung zulassen, da die Herstellung/Verarbeitung neuer Werkstoffe oft die Adaption oder auch die Neuentwicklung von Fertigungsprozessen verlangt, für deren qualitätsgesicherte Führung geeignete Werkzeuge bereitgestellt werden müssen. In aktuellen Forschungsarbeiten werden beispielsweise Verfahren zur Qualitätsüberwachung beim Formhärten höchstfester Stähle, beim Direktpressen glasmattenverstärkter Thermoplaste (GMT) oder beim kontinuierlichen Pressen von Holzwerkstoffen entwickelt. Auch bei den neuerdings im Flugzeug- und Automobilbau eingesetzten Verfahren des wärmearmen Fügens, wie Kleben, mechanische Fügeverfahren oder Reibrührschweißen werden Techniken zur Qualitätsüberwachung in der Pre-, In- und Post-Process Phase benötigt.

Die Sicherung des menschlichen Umfelds stellt eine weitere wichtige neue Aufgabe für die ZfP dar. Das nicht nur im Zuge der Ereignisse des 11. September gewachsene Sicherheitsbedürfnis in den westlichen Ländern lässt eine stetig steigende Nachfrage nach hochempfindlichen Metalldetektoren, Sensoren zum Nachweis von Explosivstoffen, Biosensoren, biometrischen Sensoren u. a. erwarten.

Auch in diesem Bereich kann das Fraunhofer IZFP erste Entwicklungsergebnisse vorweisen, z. B. ein Verfahren zur Metallerkennung für Geldautomaten mit Scheineingabe. Die Problematik der weltweit begrenzten Vorkommen an fossilen Energieträgern und Trinkwasser erfordert verstärkte FuE-Aktivitäten für die Erkundung, das Management und den Schutz dieser Ressourcen. So entwickelt das Fraunhofer IZFP neue Verfahren zur Erkundung und Charakterisierung von Wasser- und Öl-Reservoirs (z. B. Kernspinresonanz in Bohrlochsonden).